Die Partnerschaft Lampaden (D) / Cocheren (F)

 

Wie es begann

Ende des Jahres 1984 eine denkwürdige Delegation in das

benachbarte Frankreich und zwar zu einem Ort namens

Cocheren, gelegen etwa 90 Km von Lampaden entfernt,

gegenüber dem saarländischen Völklingen, etwa 10 Km

hinter der dortigen französischen Grenze.

Diese Delegation, bestehend aus dem damaligen

Ortbürgermeister der Gemeinde Lampaden, Theo Willems,

und den Ratsmitgliedern, Hans Muth, Johann Kirchen und

Gerhard Altmeier hatte sich vorgenommen, in aller Stille den

Ort Cocheren aus zu kundschaften, die dortigen Bewohner,

soweit es in aller Kürze möglich war, kennen zu lernen und

sich insbesondere über die Einstellung der politischen Gremien

zu informieren.

Warum diese Einstellung und das Kennen lernen einer fremden Ortschaft für die Männer aus Lampaden so wichtig war?

Nun ja, es war so, als gehe man auf Brautschau!

Mit dieser Gemeinde wollte man, sofern die Voraussetzungen stimmten, und wenn insbesondere der bekannte Funke übergesprungen war, eventuell eine Gemeindepartnerschaft eingehen.

Aber machen wir einen Sprung in der Zeit rückwärts.

Eines der Ratsmitglieder, Hans Muth, lernte innerhalb seines Arbeitsbereiches in Saarburg einen ebenfalls dort stationierten französischen Gendarmeriebeamten kennen. Es entwickelte sich eine gute persönliche Beziehung, die darin mündete, dass Muth dem Gemeinderat von Lampaden vorschlug, eine Städtepartnerschaft zwischen Lampaden und einem französischen Ort gründen. Hierbei schlug er den Ort Cocheren vor.

Zwischenzeitlich hatte der junge Gendarm namens Bernard Kassian, wohnhaft in dem benannten Cocheren mit den dortigen Gemeindevätern gesprochen und diesen die Möglichkeit einer eventuellen Partnerschaft nahe gelegt. Der Gedanke wurde dort äußerst positiv aufgenommen, was den Gemeinderat von Lampaden ebenfalls beflügelte, die ersten Kontakte zu knüpfen.

Im Gemeinderat wurde der Beschluss gefasst, sich erst einmal vorsichtig an die neue Situation heranzutasten.

Und so kam es, dass benannte Delegation nun in Cocheren umherirrte und nicht richtig wusste, wie sie es anfangen sollte.

Nun mal langsam, sagte man sich, der Ort ist ziemlich groß, fahren wir ihn mit dem Pkw doch einfach ab. Gesagt, getan, man fuhr. Doch das brachte die Männer nicht weiter.

Also, auf in die Öffentlichkeit, sprich Bistro oder Gaststätte.

Dort erfuhr man doch schon einiges über den Ort: ca. 3500 Einwohner soll er haben, davon ca. 1500 fremde Grubenarbeiter, die in der neuen "Cite´" wohnten. Ein Teil der Häuser soll dort auf Grubengebiet stehen und man stelle sich vor: Diese Häuser können auf Rollen bewegt und somit verschoben werden: 3 bis 4-stöckige Häuser!

Die vorsichtige Frage nach Namen und Anschrift des Bürgermeisters der Gemeinde wurde mit Begeisterung aufgenommen und beantwortet; längst hatte man erkannt, was Sinn und Zweck der deutschen Exkursion war. Also, warum die Angelegenheit noch geheim halten! Auf zum Bürgermeister! Die Anschrift war nun bekannt und das Anwesen war auch nicht allzu schwer zu finden.

Allen voran Theo Willems in Richtung Haustüre, Daumen auf den Klingelknopf und abwarten!

Die Türe wurde geöffnet von einer gut aussehenden und freundlichen Frau, die jedoch wie wir das Pech hatte, nichts von dem zu verstehen, was der Gegenüber zu sagen hatte.

Mit einer Geste bat sie uns in das Haus und eilte davon, offensichtlich um ihren Ehemann zu suchen. Es war der Truppe schon klar, dass sie hier die Frau des Bürgermeisters vor sich hatte.

Und dann kam er: Paul Bladt, in Arbeitskleidung und Unterhemd, direkt von Baustelle in seinem Eigenheim. Und Gott sei es gelobt: Er sprach deutsch! Kaum hatte die Delegation ihm ihr Ansinnen erklärt, sprang eine Welle der Begeisterung aus seinen Augen und auf die deutsche Truppe über.

Und die französische Gastfreundschaft nahm ihren Lauf. Es dauerte nicht lange, da hatte sich Paul frisch gemacht, seine Ehefrau ebenso, und gemeinsam begab sich die Truppe in ein von ihm ausgesuchtes Gasthaus, wo die ersten Beziehungen, auch mit anderen Bewohnern Cocherens geknüpft wurden und bereits zu diesem Zeitpunkt war klar:

Diese Partnerschaft kommt zustande und es wird eine gute Partnerschaft! Der Termin für das erste Treffen in Lampaden wurde sofort vereinbart und kam auch anfangs des Monats Juli 1985 zustande. Eine Delegation aus Cocheren, ein komplett gefüllter Bus war nach Lampaden gekommen, um sich dieses Dorf ebenfalls anzuschauen. Und es darf vorweg genommen werden: Die Delegation aus Cocheren war ebenfalls von den Menschen und insbesondere der schönen Gegend, aber nicht zuletzt auch dem schönen Ort Lampaden begeistert.

Es folgten weitere gegenseitige Besuche in der Folgezeit, wobei eines unbedingt festgehalten werden sollte: Eine Gastfreundschaft, wie sie die Cocherner praktizierten, das war schon einmalig und das Verständnis für den doch kleineren und somit ärmeren Ort Lampaden, hier nicht mithalten zu können, war beeindruckend. Während der Anwesenheit der Cocherner besuchten diese in Lampaden Kirche, Grundschule, Sportplatz, Schützenhaus und Freiwillige Feuerwehr, und Pastor Kratz gab bereitwillig einen Überblick über die Historie der Pfarrei Lampaden.

Angenehm überrascht waren die Gäste von der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, nicht weniger aber auch von der besten biologischen Kläranlage in Rheinland Pfalz und dem Wasserbehälter mit seinem von allen Zusätzen freien Quellwasser.

Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein waren sich die Lampadener mit ihren französischen Freunden darin einig, die bisherigen freundschaftlichen Kontakte durch einen offiziellen Partnerschaftsakt zu besiegeln. Zitat Theo Willems: "Die bestehenden Freundschaften verdienen es, fortgeführt zu werden..."

 

Der Partnerschaft erster Akt

Es war inzwischen mehr als ein Jahr vergangen, dass die Gemeinde Lampaden mit dem lothringischen Ort Cocheren die freundschaftlichen Beziehungen unterhielt. Freundschaften hatten sich gefestigt und insbesondere Theo Willems, der einen großen Anteil an der positiven Entwicklung hatte, freundete sich so richtig mit Paul Bladt an.

Wie in einer vorehelichen Beziehung wollte man nun nicht mehr warten und setzte den Termin zur Verschwisterung der beiden Gemeinden fest:

1. September 1985

 

Folgender Bericht ist erschienen in französischer Sprache in der dortigen Presse "Republicain Lorrain" am 30. August 1985

Lampaden besser kennenlernen...

Lampaden, ein kleiner Bauernort, etwa 20 Km von Trier

Ein Teil der Festlichkeiten des Äschertenfeschtes, Sonntag Vormittag, wir die offizielle Bestätigung der Partnerschaft zwischen Cocheren und der Ortschaft Lampaden, einem Dorf, nahe bei Trier, sein.

Diese Verbindung gegenseitigen Unterpfandes zwischen den beiden Partnern erscheint Cocheren mit einer Gemeinde, die mehr als eine kleine Schwester als eine Partnerin ist. Man zählt ungefähr 600 Einwohner in Lampaden, der etwas mehr als 3000 in Cocheren gegenüberstehen.

Jedoch besteht ein guter Kontakt zwischen den beiden Ortschaften und glücklicherweise existieren verschiedene Punkte, die für eine Verbindung der Gemeinden sprechen.

Es ist ebenso wie auf dem HERAPEL; die Antike hat ihren Abdruck auf Lampaden gelassen: Man fand dort Keltengräber, Wasserleitungen, Ruinen von bewohnten Häusern und schließlich Gräber aus der Römerzeit.

Andererseits ist das Bestehen von Grenzen kein Hindernis, haben die beiden Regionen doch die gleiche Vergangenheit, vom 30jährigen Krieg im 17. Jahrhundert, wie auch den zweiten Weltkrieg.

Die Geschichte von Lampaden ist in der Tat reich und voller Bewegung. Die historischen Quellen liefern Zugang zu einer Belichtung der Namensabstammung......(es folgt eine Kurzchronik von Lampaden)

Es war auch gleichzeitig der Termin des sog. Äschertenfeschtes in Cocheren, als sich eine stattliche Anzahl Lampadener Bürger, angeführt von Ortsbürgermeister Theo Willems, dem Gemeinderat von Lampaden und dem 1. Beigeordneten der Verbandsgemeinde Kell, Willi Erschens, nach Cocheren begaben. Auf dem Gemeindeplatz neben der Kirche konnte der Bürgermeister von Cocheren, Paul Bladt, der auch gleichzeitig Abgeordneter im Pariser Parlament war, eine große Menschenansammlung beider Nationalitäten begrüßen. In seiner Rede betonte er, in der Hochwaldgemeinde Lampaden einen guten Partner für die Verschwisterung gefunden zu haben. Im Vergleich zu der etwa 3000 Einwohner zählenden Gemeinde Cocheren sei zwar Lampaden mit seinen rund 600 Seelen eher eine kleine Schwester als ein gleichwertiger Partner.

Jedoch sprächen alle anderen Punkte für eine Partnerschaft beider Ortschaften über die Grenzen hinaus. Ortsbürgermeister Willems betonte, dass man im kleinen, in den Dörfern und beim einzelnen angefangen, Freundschaft über die Landesgrenzen hinaus praktizieren müsse.

Daran könnten sich die "Großen da oben" ein Beispiel nehmen. Nachdem Beigeordneter Erschens einen Wappenteller an Bladt übergeben hatte, wurde der Partnerschaftsakt durch die Unterschriften beider Bürgermeister besiegelt. Mit einem gemütlichen Beisammensein bis in die späten Abendstunden fanden die Feierlichkeiten ihren Abschluss.

 

Der Partnerschaft zweiter Akt

Sommer 1986:

Aus dem französischen Cocheren sind eigens zum Zwecke der endgültigen Partnerschaftsbesiegelung ca. 200 Frauen und Männer angereist.

Cocherens Bürgermeister Paul Bladt und fast der gesamte Gemeinderat unter ihnen.

Bei prächtigem Sonnenschein begrüßen die beiden "Anstifter" der Partnerschaft, Hans Muth und Bernard Kassian, die erwartungsfroh gestimmten Bürger von Lampaden und Cocheren.

Theo Willems ist die Freude über das Ereignis am Gesicht abzusehen und er findet denn auch freundlichen Worte für und um die Partnerschaft mit einem optisch zwar ungleichen Partner, dafür aber "...in Freundschaft zugetan..."

Auch Paul Bladt zeigt sich froh und zuversichtlich über die eingegangene Partnerschaft, die sich weiter vertiefen sollte.

Nach einem Rückblick auf die ersten Begegnungen befindet Bladt, dass man sich am besten jeden Monat "begegnen" solle und wenn neben der zahlenmäßigen Ungleichheit auch die Struktur der beiden "Partner" sehr unterschiedlich sei in Lampaden beruflich gemischt, in Cocheren nur Bergleute dann seien aber doch alle mit dem Herzen dabei.

Der Freundschaftsakt solle nun auch ein äußeres Zeichen der Verständigung setzen.

Bürgermeister Justen übermittelt den Lampadenern und auch den Bürgern aus Cocheren die Glückwünsche der Verbandsgemeinde zu dem wie er sagte "Schritt zur Erhaltung des Friedens und Überwindung der Vergangenheit".

Der 1. Kreisdeputierte, Albrecht Graf v. Krockow gibt dem Wunsche Ausdruck, daß es recht bald die erste deutsch französische Heirat zu feiern gebe.

 

 

Commune de Cocheren - Die Gemeinde Cocheren:

Ein Wegweiser

von einem Cocherner Chronisten:

Wie es so üblich ist, wenn sich Partner näher kennen lernen, besteht ein Bestreben über gegenseitiges Wissen.

Da unsere beiden Gemeinden sich auf dem besten Weg gut freundschaftlicher Beziehungen befinden, wäre es in aller Bescheidenheit angebracht, einen kurzen Umriss von Cocheren zu geben.

Unsere Lampadener Freunde können sich sodann ein besseres Bild von der neuen Verwandtschaft machen.

Es darf hinzugefügt werden, dass vor dem Bestehen der Siedlung Belle Roche, Cocheren ein überwiegend ländliches Dorf mit ausgeprägter Landwirtschaft war.

Die Industrialisierung erlaubte der Bevölkerung ein bequemeres Leben.

Hoffentlich bleibt es so.

 

Frühere Zugehörigkeit von Cocheren

Als alter Besitz der Benediktinerabtei von Saint Avold gehörte Cocheren bis 1572 zur weltlichen Herrschaft des Metzer Bischofs. In dem genannten Jahre verkaufte er dieses an Heinrich von Lothringen Guise, der es dann 1581 an das Herzogtum Lothringen veräußerte.

Cocheren kam 1766 an Frankreich. Bis zur Revolution befand es sich unter Beibehaltung des Metzer Rechts, im Bailliage Saargemünd.

Cocheren war zeitweise Sitz einer Meierei, welche auch Völklingen, Morsbach, Farebersweiler und Emmersweiler umschloss.

Dietrich von Homburg hatte hier 1255 ein bischöfliches Lehen für die Burghut zu Homburg. Dieses Lehen scheint im Erbgange auf die Herren von Rollingen zu Bensdorf und von diesen an die Warsberg übergegangen zu sein, welche indessen auch als Herren von Drittel Forbach Rechte in Cocheren hatten.

1322 schenkte Luzie von Bensdorf, Witwe des Jakob von Warsberg, ihrem Sohn Johann und dessen Frau Luzie eine Grundrente auf ihr Allod zu Cocheren an die Abtei Longeville.

Die Grundgerichtsbarkeit gehörte der Abtei St. Avold, welche dieselbe 1549 an Nassau Saarbrücken veräußerte. Das Hochgericht stand der Saarbrück`schen Vogtei St. Avold zu, der es von der Abtei 1549 bestätigt oder erst überlassen wurde.

Der Ort schrieb sich vormals Kokera 1255, Cocheres 1322, Cocura 1332, Cochren 1365, Kochren 1688, Cocheren 1751.

Als 1569 die Grafen von Nassau zur Reform übertraten, kaufte der Metzer Bischof mit der Vogtei es zurück, um es dem Cardinal Louis de Guise zu veräußern.

Mit Frankreich vereint am 20.Mai 1680 bis zum Vertrag von Rysmick 1697.

Von da ab verließen die Franzosen das Herzogtum, um es wieder von 1704 bis 1714 zu besetzen (Vertrag von Baden).

Cocheren blieb lothringisch von 1714 bis 1766, Bestandteil der Deutschen Ballei, beim Tod des letzten Grafen von Lothringen, Stanislas Lezzinski, wurde es französisch.

Was alsdann geschah, informiert die neuzeitliche Geschichte.

 

Vorgeschichtliches

Die Geschichte Cocherens verliert sich im sagenhaften Zeitalter.

Das Dorf verdankt seinen Ursprung dem Römervolke. Vor ihnen waren schon Kelten und Mediomatriker hier angesiedelt.

Die Sage erzählt, dass sich einige Römersoldaten vom Herapel vom Heer trennten und sich mit anderen Kolonisten in der Ebene nieder ließen und dort neue Wohnsitze gründeten. Sie sollen daselbst Salz aus dem reichlich vorhandenen Salzwasser gekocht haben. Dass das Dorf sehr alt ist, dieser Gedanke liegt außer allem Zweifel.

Die nun ausgetrocknete Salzquelle sprudelte in unmittelbarer Nähe des heutigen Pfarrhauses hervor.

Der nahe gelegene Herapel (römischer Vicus) wurde im Jahr 407 nach Chr. Zerstört.

Cocheren verdankt seinen Namen dem Bach , der den Ort durchfließt. Von Alters her hieß er "Cocera" und noch heute ist er im Kataster als Cochererbach eingetragen.

 

Das Gemeindewappen

Der Bischofsstab mit offenem Buch erinnert an das Wahrzeichen der ehemaligen Benediktinerabtei von St. Avold, wo Beningen als Mutterkirche von Cocheren war.

Der Löwe mit den Kreuzen war Zeichen der Grafen von Saarbrücken Commercy, die als Beschützer der Vogtei von 1163 1581 galten.

So sind die kirchlichen und zivilen Abhängigkeiten alter Zeiten im Gemeindewappen verankert.

 

Der Herapel

"Herapel" heißt ein Höhenrücken über dem Dorf Cocheren. Seine höchste Erhebung über Normal Null beträgt 330,40 Meter.

Viele ersteigen den Berg nicht Ansichts halber. Ihr Ziel ist die am Höhenrand in den Fels gebaute winzige Kapelle, welche der hl. Helena (+328 n.Chr.), der Mutter des 1. Christlichen Kaisers des Römischen Reiches Konstantin des Großen, geweiht ist und die an der Kapelle anstoßende Grotte, der ein Brünnlein entspringt.

Der Besucher badet seine Augen mit dem aus der Erde sprudelnden Wasser, dem eine gewisse Heilkraft zugesprochen wird.

Eine blühende Siedlung belebte damals den Berg, das beweisen die zahlreichen Funde, welche bei Ausgrabungen ans Tageslicht gefördert wurden. Noch heute sind Überbleibsel zu sehen.

Eine römische Stadt war es allerdings nicht. In der Römerherrschaft war die einzige Stadt in Lothringen und darüber hinaus Diwodurum, das heutige Metz.

Mitten auf dem höchsten Punkt des Herapel stand ein Apollo gewidmeter Tempel von achteckiger Form mit dem ansehnlichen Durchmesser von 32 m.

 

Kirchliches

Bis zum Jahre 1781 war Cocheren eine Filiale von Beningen, die als Mutterkirche galt.

Cocheren ist selbstständige Pfarrei geworden. Nach dem Konkordat hat sich dieselbe noch erweitert durch zwei Annexen, Ditschweiler und Rossbrücken, Letzteres bis 1843.

Die Cocherer Losbewegung von Beningen hat ein volles Jahrzehnt gedauert. Welche Instanzen diese bis zum Endurteil am erzbischöflichen Gericht, Trier, 1781, durchlaufen hat, ist ungewiss.

Die heutige Kirche ist 1827 erbaut, hat das Terrain der Kapelle mit dem beidseitigen Begräbnisplatz eingenommen und den Kirchhof auf die Westseite gerückt. Dieser wurde 1913 aufgegeben und ausgeräumt für eine Anlage mit Lourdesgrotte.

Die neue Begräbnisstätte kam in das Wald umsäumte stille Tal am Fuße des Kohlberges, auf dessen Höhe die fränkischen Bewohner des nahen Herapel ihre Toten bestattet haben.

Mit der zunehmenden Bevölkerung und den Verdienstmöglichkeiten aus den nahen Kohlegruben hat auch die Verschönerung des Gotteshauses gleichen Schritt gehalten.

So der 1888/89 erbaute Glockenturm; desgleichen erfuhr das Innere der Kirche eine markante geschmackvolle Renovation: Fenster, Chor,

Schiff, Chorstühle, Kanzel, Glocken, Tribüne und Orgel.

Die neben der Kirche befindliche Lourdesgrotte wurde 1931 eingeweiht. An ihrer Stelle befand sich ehemals der Friedhof.

 

Einwohnderdemographie

Das Dorf ist im Schwedenkrieg zerstört worden und zwar im September 1635.

Die neuen Ansiedler sind uns bekannt gegeben in den Beninger Kirchenbüchern von 1685 bis 1781 und hiernach in den Cocherer Kirchenbüchern, die mit 1781 beginnen.

Als jährliche Taufen wurden gezählt:

1685 1689    3,5
1690 1699    3,4
1700 1709    7,4
1710 1719    6,7
1720 1729    9,8
1730 1739    10,6
1740 1749    10,8
1750 1759    10,7
1760 1769    14,0
1770 1779    13,3
1780 1789    15,1
Sonstige Daten:

1429    3 Haushaltungen
1648    1 Rauchfang, entspricht 3bis 4 Personen
Jahreszahl    Einwohner
1700    63 Einwohner
1801    433
1810    510
1820    505
1830    597
1841    572
1844    572
1890    495
1901    574
1921    834
1936    996
1946    951
1954    3244
1962    4574
1975    3732 im Dorf; Belle Roche=2496
1982    3544 im Dorf; Belle Roche=2142

 

Schulen

Gemischt Schule (heutiges Postamt) erbaut im Jahre 1840

Knaben Schule (heutiges Bürgermeisteramt) erbaut 1903/04

Gemischte Schule Ortsteil Belle Roche erbaut 1950

Knabenschule Ortsteil Belle Roche erbaut 1954

Kleinkinderschule Ortsteil Belle Roche erbaut 1952 (ehem. Pfarrkomplex)

Gemischt Schule (Gebrüder Lerond) erbaut 1970

Kleinkinderschule (Gebrüder Lerond) erbaut 1972

C.E.S. (College d`Enseignement Secondaire) erbaut 1975

Gymnas (Sport) erbaut 1979

 

Ditschwiller

Das vormals auch Dikeswille (1365) und Diezweiller genannte und ein Sonderbann bildendes Landgut, seit 1790 aber mit der Gemeinde und 1808 mit der Pfarrei Cocheren vereinigt, scheint ursprünglich Besitz der Abtei Tholey gewesen zu sein.

Die Vogtei des Gutes war mit der Herrschaft Homburg St. Avold verbunden, welche dafür jährlich 21 Malter Hafer bezog.

Der Sonderbann Ditschweiler gelangte später in den Besitz der Reichsherrschaft Blieskastel, welche während des 18. Jahrhunderts, also auch zur Zeit, als die Forbacher Herren dort Hof und Schloss besaßen, ihre Oberheit über Dietschweiler behauptete.

Erst durch Vertrag vom 27.Sept. 1781 hat Blieskastel, damals im Besitz der Grafen von der Leyen, seine Souveränitätsansprüche zugunsten Frankreichs abgetreten.

Um sich den Herren von der Leyen dafür gefällig zu erweisen, hat Frankreich die abgetretenen Ortschaften mit der Baronie Wulferdingen vereinigt und die Herren von der Leyen damit belehnt.

Das Ditschweiler Schloss wurde 1716 erbaut durch den Architekten Erickson Sundahl. Es ist eine schöne Bauart, in einem großen Park gelegen, mit 17 Räumen, einer großen Scheune und

 

 

 

Nebengelände.

Es wurde 1769 von Gustav Henning von Stralenheim, ehemaliger Offizier im Dienste des Königs von Frankreich bewohnt.

1803 wechselte es den Besitzer.

1920 wurde es von der Grubenverwaltung Saar und Mosel erworben. Unlängst wurde das Anwesen von der Gemeinde erworben mit der Absicht, Sozialwohnungen in den Räumlichkeiten zu errichten.

Cite Belle Roche

Die Cite Belle Roche, Besitz der Lothringischen Kohlengruben, besteht seit 1974, was die individuellen Häuser betrifft, und ab 1954 für Kollektivgebäude.

Der größte Teil befindet sich auf dem Cocherer Gewann. Heute zählt sie 2100 Einwohner mit 822 Wohnungen auf ca. 100 ha. Es handelt sich um aktives Grubenpersonal und ebenfalls Rentner.

Die Gemeinde ist momentan im Begriffe, die Strukturen des Straßennetzes, der Stromversorgung, des Abwasserwesens neu und besser zu gestalten.

Ein neues Geschäftszentrum soll ebenfalls errichtet werden. All dies zu einem besseren und bequemeren Gemeinwohl.

Nord östlich der Cite ist der Bann durch die Nationalstraße Nr. 2 und die Landesgrenze abgesteckt.

Eisenbahn

Der hiesige Bahnhof befindet sich auf der Linie 11 Lerouville Stiring Wendel.

Am 15.11.1851 wurde die Teilstrecke St. Avold Forbach in Betrieb genommen.

Der Bahnhof ist durch einen Gleisanschluss mit den Lothringischen Kohlegruben verbunden.

Im Vergleich mit vergangenen Jahren hat sich die Transportkapazität verringert.

Südlich des Dorfes durchquert die Streck Bening Sarreguemines den Ort. Dieselbe wurde 1865 eröffnet. Es gibt keine Haltestelle.

Ein normaler Personenverkehr funktioniert am hiesigen Bahnhof.

Der Bann

Die Gemarkung der Gemeinde Cocheren beträgt 562,61 Ha., davon Wald 154,34 (der Gemeinde 124 ha.), Kulturland 346,43 ha einschließlich 65,71 ha Wiesen und 29 ha Unland.

Nach einer notdürftigen Säuberung des Bodens von der Verwüstung, welche die langen Kriege zurückgelassen haben, wurde der Bann neu vermessen, eingeteilt und in einem Flurbuch beschrieben.

Dies ist nach vollendeter Vermessung Ende Oktober 1696 fertig gestellt worden. Die zweite Vermessung erfolgte 1742, eine dritte 1893.

In der Regel findet man auf den Bännen, wo die sog. Dreifelderwirtschaft existiert, Wezen, Hafer und Brachfeld, dementsprechend drei Gewendte oder Gewanne.

Jedes Gewendt enthält eine Anzahl von Geriedten.

Cocheren ist kein überwiegendes Bauerndorf. Karger Sandboden, unebene Kulturfläche, vordringender Wald sind seine Merkmale.

Aus dem alten Flurbuch ist hierorts eine Dreifelderbewirtschaftung nicht leicht erkennbar.

Mühlen

Eine derselben, heute verschwunden, befand sich am Südeingang des Dorfes auf dem Wasserlauf des Farebersweiler Baches.

Über dem alten Eingang derselben war das Handwerkerzeichen der Müller, das sog. Kreuzeisen , mit der Jahreszahl 1624 angebracht.

Man erzählt, dass während der Erbauung der jetzigen Kirche 1827 das geräumige Müllershaus als Notkirche gedient habe.

Am Nordeingang des Dorfes befindet sich die sog. Ditschweiler Mühle, heute außer Betrieb.

Dieselbe war ehemals Bestandteil des nahen Ditschweiler Gutes, heute Cocherer Bann.

Die Geschichte berichtet, daß diese Mühle schon vor dem Schwedenkrieg existierte. Die Wasserkraft spendete der Rosselbach, der heute total verunreinigt ist.

Heute wäre ein Müller überhaupt nicht mehr Existenz fähig.

So ändern sich halt die Zeiten!

 

Zeltlager in der Bretagne

Noch im gleichen Jahr kommt es zu einem deutsch-französischen Zeltlager in der Bretagne.

Rund 40 Jugendliche beider Nationalitäten begeben sich auf eine 1100 Km lange Busreise, um in der Nähe von Lorient in der Bretagne ihre Zelte aufzuschlagen. Von deutscher Seite aus wurden folgende Betreuer gestellt: Theo Willems, Hans Kirchen, Irene Kirchen, Renate Muth, Hans Muth und Christine Berberich.

Bergmannsfest in Cocheren

Auf Einladung des Bergmannsvereins Cocheren fuhr am 2. August 1987 eine Delegation von 10 Personen aus Lampaden zur dortigen Feierlichkeit

In Cocheren konnten die Lampadener nach herzlicher Begrüßung Zeuge der Enthüllung eines Bergmannsdenkmals werden, welches auf der Siedlung "Belle Roche" aufgestellt worden war und die Statue der Madonna auf einem Sockel mit der Aufschrift "Glück auf" darstellt.

Lampaden

Wissenswertes aus dem Ort

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